Lovoo – Inhaber verhaftet! Absturz einer Datingapp

Lovoo – Razzia und Verhaftungen wegen angeblicher Fakeprofile

Da muss den Mitarbeitern der Lovoo GmbH in Dresden ziemlich der Schreck in die Glieder gefahren sein, als plötzlich vermummte, mit Maschinenpistolen bewaffnete Kriminalbeamte mit Rammbock ihre Zentrale stürmten. Und in der Tat muss man sich fragen: Hat die deutsche Justiz bzw der Polizeiapparat schon einmal etwas von Verhältnismäßigkeit gehört? Schön und gut: Das was die Betreiber von Lovoo da gemacht haben, war zweifelsohne eine Gaunerei, aber sie wie brandgefährliche Schwerkriminelle zu behandeln, muss man schon als fragwürdig bezeichnen.

Was ist bei Lovoo geschehen?

Bereits im September berichtete das „CT-Magazin“ über mögliche illegale Vorgänge rund um das beliebte Portal Lovoo. So sollen angeblich von der Firmenleitung installierte weibliche Fakeprofile männliche User die sich im kostenlosen Modus befanden dazu animiert haben, auf den kostenpflichtigen Tarif umzusteigen. Belegt haben will CT diesen Vorwurf durch Auszüge aus entwendeten Programmiercodes, sowie E-Mails der Geschäftsleitung. Lovoo hat dazu auch in Form verschiedener Presseaussendungen Stellung genommen, jedoch nie den Einsatz von Fakes bestritten.

Interessanterweise haben wir übrigens erst kürzlich von Michael Krüger, Betreiber von erotikportal-vergleich.com, einen entsprechenden Hinweis erhalten, dass Lovoo aufgrund dieses Geschäftsgebahrens weder für User noch für werbende Vergleichsportale derzeit zu empfehlen sei. Offenbar hat der Mann recht behalten…

Nun könnte man meinen, dass die Praxis Fakes einzusetzen, ja bei sehr vielen Datingplattformen Alltag ist, jedoch verhält sich der Fall Lovoo doch eher speziell. Zum einen hat das Portal von sich selbst stets behauptet immer rigoros gegen Fakes vorzugehen und diese nicht zuzulassen. Zum anderen gab es in den AGBs von Lovoo keinerlei Hinweise auf das einsetzen von animierten Profilen, so wie das bei vielen anderen Portalen der Fall ist. Letztendlich wurde Lovoo wohl ein Whisteblower aus den eigenen Reihen zum Verhängnis. Denn hätte es den nicht gegeben, würde die Masche wahrscheinlich noch ewig so weitergehen.  Es kann im übrigen aber auch nicht ganz ausgeschlossen werden, dass hier nicht auch ein Konkurrenzunternehmen seine Finger im Spiel hat. Weiters ist natürlich zu bedenken, dass Lovoo (besonders von Männern) sehr wohl auch zur Sexsuche genutzt wird, dass es sich bei dem Portal aber in erster Linie um eine Singleplattform handelt. Und wenn es um die „große Liebe“ geht, sieht der Gesetzgeber offenbar noch einmal genauer hin, als bei vielen reinen Sex-Datingportalen.

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Was ich persönlich interessant finde, ist die Tatsache, dass Lovoo eigentlich recht erfolgreich am Markt unterwegs war und ich mich schon frage, warum man sich letztendlich zu einer derartigen Betrugsmasche hinreissen hat lassen.  War das wirklich notwendig? Ich habe diese Plattform zwar nie beworben, jedoch vor einigen Jahren mal selbst ausprobiert. Und grundsätzlich fand ich das ganze nicht so schlecht dort. Ich konnte sogar einen Kontakt zu einer (echten) Dame herstellen. Weiters findet man im Netz zahlreiche (durchwegs glaubwürdige) Berichte von Usern, die von ihrer gefundenen Liebe auf Lovoo schwärmen. Wie es jetzt mit dem Portal weitergeht, ist aber wohl unklar.

Mittlerweile wurde einer der drei verhafteten Geschäftführer wieder auf freien Fuss gesetzt. Mal sehen wie die ganze Sache ausgeht. Wir berichten darüber.